Gemeinsam gegen Hautkrebs

Dermatologinnen und Dermatologen stehen Kindergärten als Berater zur Verfügung

BERLIN – Der Trend ist ungebrochen. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt. Dermatologinnen und Dermatologen erleben täglich, was das für betroffene Patienten bedeutet. Wenn diese Entwicklung bei anhaltend hoher Lebenserwartung gestoppt werden soll, müssen Gesundheitserziehung und Prävention bereits im Kindesalter beginnen.


Die Euromelanoma-Kampagne 2020 rückt Sonnenschutzmaßnahmen im Kindesalter erneut in den Vordergrund. Daher fördert der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) bundesweit und flächendeckend mit Unterstützung der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH) und in Zusammenarbeit mit einzelnen Landeskrebsgesellschaften Kindergärten, die ihre Schützlinge vor frühkindlichen Hautschäden bewahren und zu einem bewussten Umgang mit der Sonne erziehen wollen.


Aufklärung vor Ort: Hautärzte besuchen Kindergärten

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Hautkrebs“ vermittelt der BVDD im Aktionszeitraum April bis Oktober kostenlos Hautärztinnen und Hautärzte an interessierte Kindergärten. Sie beraten das Kindergartenteam rund um das Thema Hautkrebsprävention, halten als Referenten Elterninformationsabende oder machen die Kinder mit Sonnenschutzmaßnahmen spielerisch vertraut.
Die Dermatologen, die sich an der Aktion beteiligen, setzen die erfolgreiche Aktion der letzten Jahre fort. Im Vorjahr nahmen dieses Angebot bereits mehr als 300 Einrichtungen wahr. 2020 stehen Dermatologinnen und Dermatologen mit Unterstützung von Beiersdorf (Eucerin®) wieder für Kindergärten und deren Aktivitäten auf Anfrage zur Verfügung.


Kinderhaut ist besonders gefährdet

Abhängig von Alterungsprozessen und Umwelteinflüssen verändert sich die menschliche Haut. Am meisten von genetischen Hautveränderungen durch UV-Strahlung bedroht ist die noch unreife Haut im Kindes- und Jugendalter. Gerade in der Zeit bis zum 18. Lebensjahr, besonders in der frühen Kindheit, entstehen vielfach bereits UV-Schädigungen, die später zu einem malignen Melanom, der gefährlichsten Form des Hautkrebses, entarten können. Sonnenbrände sind in dieser Zeit buchstäblich Gift für die Haut und Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung von Hautkrebs.

Kinderhaut ist um ein Vielfaches dünner als die Haut Erwachsener und kann noch nicht ausreichend Pigmente produzieren, die als körpereigener Schutz gegen UV-Strahlen fungieren. Auch liegen die UV-empfindlichen Stammzellen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind den UV-Strahlen stärker ausgesetzt als in späteren Jahren. Darum reagiert die Haut in jungen Jahren besonders empfindlich auf die ultravioletten Strahlen der Sonne.
Wird ein Sonnenbrand sichtbar, ist die Haut bereits erheblich geschädigt, da die für die Entzündungsreaktion typische Rotfärbung nur zeitverzögert eintritt. Schlimmer: Sonnenbrände beschädigen die Reparaturmechanismen der Haut dauerhaft. Denn: Unsere Haut kann nicht vergessen. UV-Strahlungsschäden addieren sich im Laufe eines Lebens.

 

 

 

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