Deutschland hat ein Hautkrebsproblem

Vorschau: 14. bis 18. Mai Euromelanoma 2018

BRÜSSEL/BERLIN – Europaweit steht die Hautkrebsfrüherkennung und die Vorsorge im Mai im Zentrum der Euromelanoma-Kampagne 2018. In Deutschland machen die Dermatologen in der Zeit vom 14. bis 18. Mai unter dem Motto "Deutschland hat ein Hautkrebsproblem" auf die Bedeutung einer generationsübergreifenden Hautkrebsvorsorge und den nötigen UV-Schutz aufmerksam. Daher auch der Appell "Eltern schützt Eure Kinder"!


Die europaweite Initiative unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) stellt die Aufklärung über Hautkrebsrisiken, die Früherkennung und die eigene Vorsorge in den Mittelpunkt. Tatsache ist: „Jeder kann selbst etwas tun, um der Entstehung von Hautkrebs vorzubeugen. Das Wichtigste ist ein der UV-Strahlungsintensität angepasstes Verhalten: in den Ferien, in der Freizeit, am Arbeitsplatz und zu Hause“, heißt es in den Unterlagen zur Euromelanoma-Kampagne. „Abhängig von Alterungsprozessen und Umwelteinflüssen verändert sich unsere Haut. Pigmentflecken auf der Haut sind ganz normal. Jeder hat sie. Jedoch ist es wichtig zu wissen: Sie können zu Hautkrebs entarten.“


 

Eine wirksame Hautkrebsvorsorge fängt daher mit der regelmäßigen Inspektion der eigenen Haut an. Dazu gibt der Euromelanoma-Flyer 2018 eine Anleitung. Denn so die Botschaft: „Früh erkannt, ist Hautkrebs fast immer vollständig heilbar.“

Die Euromelanoma-Aktivitäten werden 2018 unterstützt von Almirall, Beiersdorf und Roche. Mehr dazu auf unserer >> Projektpartnersite mit einer Selbstdarstellung der fördernden Unternehmen.



Zum Hintergrund:
Die Hautkrebsraten steigen überall in Europa – im Gleichschritt mit der Lebenserwartung einer immer älter werdenden Bevölkerung. UV-Strahlungsschäden an der Haut werden überwiegend bereits in der Kindheit und Jugend erworben, ehe sie in späteren Lebensjahren entarten. Darum ist eine wirksame Vorsorge von Kindheit an entscheidend, die Hautkrebsraten wirksam zu senken. In Deutschland entwickelt  inzwischen jeder siebte Bundesbürger im Laufe seines Lebens Hautkrebs. 

Abhängig von Alterungsprozessen und Umwelteinflüssen verändert sich unsere Haut. Am meisten von genetischen Hautveränderungen durch UV-Strahlung bedroht ist die noch unreife Haut im Kindes- und Jugendalter.

Gerade in der Zeit bis zum 18. Lebensjahr, besonders in der frühen Kindheit, entstehen vielfach bereits UV-Schädigungen, die später zu einem malignen Melanom, der gefährlichsten Form des Hautkrebses – entarten können. Sonnenbrände sind in dieser Zeit buchstäblich Gift für die Haut und Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung von Hautkrebs.

Kinderhaut ist um ein Vielfaches dünner als die Haut Erwachsener und kann noch nicht ausreichend Pigmente produzieren, die als körpereigener Schutz gegen UV-Strahlen fungieren. Auch liegen die UV-empfindlichen Stammzellen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche und sind den UV-Strahlen stärker ausgesetzt als in späteren Jahren. Darum reagiert die Haut in jungen Jahren besonders empfindlich auf die ultravioletten Strahlen der Sonne.

Wird ein Sonnenbrand sichtbar, ist die Haut bereits erheblich geschädigt, da die für die Entzündungsreaktion typische Rotfärbung nur zeitverzögert eintritt. Schlimmer: Sonnenbrände beschädigen die Reparaturmechanismen der Haut dauerhaft. Denn: unsere Haut kann nicht vergessen. UV-Strahlungsschäden addieren sich im Laufe eines Lebens.

Eltern tragen daher eine große Verantwortung, dass ihre Kinder vor Hautkrebs bewahrt bleiben. Mit der Erziehung zu einem konsequenten Sonnenschutz wächst zugleich auch das Gesundheitsbewußtsein der heranwachsenden Generation.

Der natürliche Schutz der Haut durch Pigmente wirkt nur begrenzt. Abhängig vom Hauttyp (von hell bis dunkel) kann die Eigenschutzzeit der Haut im Hochsommer unter freiem Himmel von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde und mehr betragen. Danach treten, wenn auch nicht immer unmittelbar sichtbar, erste Hautschäden ein. Daher ist ein vernünftiger Umgang mit der Sonne wichtig. Doch jeder kann selbst etwas tun, um sich  zu schützen. Dazu hier ein paar >>Tipps.
 


Hautkrebsrisiken in der Freizeit und im Beruf in jedem Lebensalter
Bislang war der besonders gefährliche „schwarze Hautkrebs“ bei unter 35-Jährigen äußerst selten, Dermatologen beobachten jedoch insbesondere bei jungen Frauen unter 35 einen auffälligen Anstieg.

Hautkrebsrisiken bestehen darüber hinaus auch am Arbeitsplatz, wenn Arbeitnehmer ihre Tätigkeit ganz oder überwiegend im Freien ausüben. Der Gesetzgeber hat Hautkrebs daher 2015 als Berufskrankheit anerkannt.

Alterungsbedingte Hautveränderungen sind ganz normal. Jeder hat sie. Jedoch ist es wichtig zu wissen: Sie können zu Hautkrebs entarten.  

Mit steigender Lebenserwartung steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das gilt vor allem für die häufigste Form von Hauttumoren, den hellen Hautkrebs, zu dem eine ganze Reihe von unterschiedlichen Hautkrebsarten zählen, die aber in der Regel keine Metastasen bilden. Allerdings erfordern auch sie im weiter fortgeschrittenen Stadium eine Operation, da sie in das umliegende Gewebe hineinwachsen und selbst Knorpel und Knochen zerstören können. 

 

Euromelanoma – eine europaweite Aufklärungsinitiative
Um ihre Mitbürger über Hautkrebsrisiken aufzuklären und zur regelmäßigen Früherkennung zu mobilisieren, beteiligen sich Dermatologen in nahezu drei Dutzend europäischen Staaten an der Euromelanoma-Kampagne.

Mit Plakaten, Flyern, Presseinformationen und Interviews informieren sie fast überall in Europa, in Russland und in der Türkei die Öffentlichkeit.
Die einschlägigen Hautkrebsstatistiken bilden die Dynamik der Hautkrebsentwicklung allerdings oft nur unzureichend ab. Sie erfassen, den Regeln der Weltgesundheitsorganisation für Krebsregister folgend lediglich Ersterkrankungen. Bei hellem Hautkrebs und vor allem auch bei einer weit verbreiteten Frühform, den aktinischen Keratosen, kommt es jedoch häufig zu wiederkehrenden Tumorbildungen als Folge großflächiger Lichtschäden. Sie erfordern daher eine engmaschige Nachbeobachtung und ziehen oft auch eine erneute Behandlung nach sich.

Anders als in Deutschland gibt es in den meisten Staaten des Kontinents jedoch keine gesetzlich geregelte Hautkrebsfrüherkennung und keine völlige Freizügigkeit beim Zugang zu Fachärzten für Dermatologie. Insofern trägt Euromelanoma auch zur Angleich der Lebensverhältnisse in der Gesundheitsvorsorge auf dem Kontinent bei.


 

 

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