Lernen Sie Ihre Haut kennen!

Hautkrebs ist meist gut sichtbar

BERLIN – Eine wirksame Vorsorge fängt mit der regelmäßigen, monatlichen Inspektion der Haut am gesamten Körper an: bei sich selbst und den Menschen, die einem nahe stehen.


Da nicht alle verdächtigen Pigmentflecken an sonnenexponierten Stellen auftreten oder an Hautstellen, die gut einsehbar sind, sollten Spiegel benutzt werden, um die Vorder- und Rückseite des Körpers absuchen zu können. Dabei ist es wichtig, auf Muttermale und Pigmentflecken zu achten, die sich auffällig verändern oder verändert haben, also rau und uneben erscheinen, jucken, bluten oder nässen, nicht abheilen, immer größer werden und mit der Zeit ihre Farbe wechseln.

Jede auffällige Hautveränderung sollte so schnell wie möglich von einem Dermatologen abgeklärt werden. Als Routineuntersuchung können zudem alle gesetzlich Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr ein Hautkrebsscreening in Anspruch nehmen und das alle zwei Jahre. Einige Krankenkassen übernehmen mittlerweile auch die Kosten für Jüngere und im Jahresrhythmus (Übersicht zum Download).

Sonnenschutz ist das A und O

Wer rasch einen Sonnenbrand bekommt, sollte besonders vorsichtig sein und die Sonne vor allem dann meiden, wenn sie intensiv ist, wie zur Mittagszeit im Sommer. Das gilt grundsätzlich auch für Kinder und vor allem für Babys. Sie brauchen besondere Aufmerksamkeit: Weil ihre Haut noch nicht voll entwickelt ist, sind sie den Einflüssen von UV-Strahlen, vor allem im ersten Lebensjahr, schutzlos ausgeliefert. Direkte Sonnenstrahlen sollten für sie tabu sein.

Wichtig ist es zudem, seine Haut lebenslang durch textilen Schutz und mit Sonnencreme zu schützen. Denn: Die Haut vergisst nicht. Jeder Sonnenbrand, besonders in der Kindheit, erhöht die Gefahr, im späteren Leben an Hautkrebs zu erkranken. Dabei hängt das individuelle Risikopotenzial wesentlich davon ab, wie hoch der eigene Pigmentschirm die Haut schützt. Ärzte unterscheiden bis zu sechs verschiedene Hauttypen. Alle, die eine helle Haut, blaue oder grüne Augen, blonde oder rote Haare haben und zu Sommersprossen neigen, tragen ein individuell höheres Erkrankungsrisiko, als dunkelhäutige Menschen mit brauner oder schwarzer Augenfarbe. Kennen Sie Ihren eigenen Hauttyp?

Wenn Sie ihr eigenes Risikoprofil kennen lernen möchten, bietet Ihnen dazu die Euromelanoma-Kampagne den passenden Anlass. Nutzen Sie auch den europaweit einheitlichen Dokumentationsbogen. Ihre Angaben zu eigenen Risikofaktoren und UV-Belastungen tragen dazu bei, wichtige Daten für die Erforschung der Risikoverteilung für Hautkrebs in der Bevölkerung zu gewinnen. Ihr Hautarzt bestimmt Ihren Hauttyp und leitet die Daten anonym zur Studienauswertung weiter.

Zahlreiche der über 2700 deutschen Hautarztpraxen und Hautkliniken beteiligen sich an der Euromelanoma-Woche 2019, um durch verstärkte Aufklärung und Screenings die europaweite Kampagne zu unterstützen. Zusammen mit ihren Kollegen in ganz Europa setzen sie ein Zeichen, um die Hautkrebsvorsorge zu verbessern und die durch Hautkrebs verursachte Sterblichkeit zu senken.

"Behalten Sie Hautveränderungen im Blick", appellieren die Veranstalter der Euromelanoma-Kampagne. Lernen Sie sie kennen und gehen Sie regelmäßige zur Vorsorge.