Das Maligne Melanom der Haut und andere Hauttumoren

Zahlen, Daten, Fakten

SAARBRÜCKEN/BERLIN – Die Krebsregister in der Bundesrepublik sammeln Daten zur Häufigkeit von Hautkrebs. Erfasst werden das maligne Melanom ("Schwarzer Hautkrebs"), sowie die Basal- und Spinalzellkarzinome. Die Systematik ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen vorgegeben. Grundlage der Statistik sind die Meldungen der behandelnden Ärzte.


Jährlich erkranken in Deutschland etwa 13.700 Menschen an einem Malignen Melanom der Haut, darunter ca. 7.700 Frauen und ca. 6.000 Männer. Damit macht das Maligne Melanom in Deutschland etwa 3 % aller bösartigen Neubildungen aus und verursacht etwa 1 % aller Krebstodesfälle. Als bösartige Neubildung der Pigmentzellen entstehen die meisten Malignen Melanome im Bereich der Haut (Schwarzer Hautkrebs).

Auf die insgesamt häufi ger vorkommenden übrigen bösartigen Neubildungen der Haut (zum Beispiel Basalzellkarzinom, Spinaliom, die in der Regel nicht wie andere Krebsformen metastasieren) entfallen deutlich mehr Erkrankungen, doch kaum Krebstodesfälle.
Da sie nicht flächendeckend erfasst werden, bleiben sie bei den genannten Zahlen unberücksichtigt. Ebenso hier nicht berücksichtigt sind Melanom-Manifestationen an den Schleimhäuten, der Aderhaut des Auges sowie den Hirnhäuten.
 
Das mittlere Erkrankungsalter an Malignem Melanom liegt bei vergleichsweise niedrigen 61 Jahren bei Männern und bei etwa 59 Jahren für Frauen. Relevante Erkrankungsraten sind bereits ab dem 20. Lebensjahr zu beobachten.

EU-Vergleich
Die Erkrankungsraten am Malignen Melanom der Haut in Deutschland liegen im Vergleich mit den GLOBOCAN-Daten für die anderen EU-Länder an dritter bzw. vierter Stelle für Männer und Frauen. Die höchste Inzidenz wird für Männer in Schweden und Dänemark ermittelt, für Frauen in Dänemark, Österreich und Schweden. Ähnlich wie in Europa insgesamt zeigt sich auch ein leichtes Nord-Süd-Gefälle innerhalb Deutschlands. In Relation zu den deutschen Werten sehr niedrige Raten treten für beide Geschlechter in Griechenland auf. Die Hautpigmentierung der jeweiligen Bevölkerung bedeutet einen wichtigen Schutzfaktor bzw. die Geringpigmentierung der nordeuropäischen Bevölkerung sollte zu entsprechenden Sonnenschutzmaßnahmen führen.

Risikofaktoren
Mit einem erhöhten Risiko assoziiert sind eine große Anzahl von Pigmentmalen (Nävi, insbesondere kongenitale und dysplastische Formen), ein heller Hauttyp und eine genetische Disposition (bei familiär gehäuftem Auftreten). Obwohl bisher keine Dosis-Wirkungs-Beziehung bestimmt werden konnte, scheint intensive Sonnenexposition oder Exposition gegenüber künstlicher UV-Strahlung, insbesondere in der Kindheit, die Entstehung der Erkrankung zu begünstigen. Andere Faktoren, etwa bestimmte Chemikalien, Medikamente oder der Einfl uss von Schwangerschaften, werden sehr kontrovers diskutiert.

Trends
Die Häufigkeit der Diagnose „Malignes Melanom der Haut” ist in den letzten drei Jahrzehnten deutlich angestiegen. Seit den 1970er Jahren haben sich die Erkrankungsraten um ein Vielfaches erhöht. Im Gegensatz dazu ist bei der Sterblichkeit seit den 1970er Jahren nur ein verhältnismäßig geringer Anstieg zu beobachten.
 
Sowohl die erhöhte Aufklärung der Bevölkerung als auch die Sensibilisierung der Ärzteschaft könnten die Ursache dafür sein, dass in den letzten Jahren Maligne Melanome in prognostisch günstigeren Stadien häufiger diagnostiziert wurden. Durch die Lokalisation auf der Körperoberfläche ist das Maligne Melanom der Haut besonders für eine frühzeitige Diagnosestellung geeignet.

Prognose
Für Frauen mit Malignem Melanom der Haut liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei 89 %, für Männer beträgt sie 81 %. Wie in allen Fällen sind die Überlebensaussichten bei bereits eingetretener Metastasierung erheblich schlechter.

Quelle
Krebs in Deutschland. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe. Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. und das Robert-Koch-Institut (Hrsg.), Saarbrücken, 2006.
 

Weblink

>>Erkennen Sie Hautkrebs, wenn Sie ihn sehen? Mehr zu den verschiedenen Formen des Hautkrebs finden Sie im Internet auf dem Portal des UV-Check..