Ratgeber

Was genau ist UV-Strahlung?
Die Sonne schickt ein ganzes Bündel verschiedener Strahlen auf die Erde. Gut die Hälfte ist sichtbares Licht, 44 % besteht aus Wärme, und 4 % machen UVA- und UVB-Strahlen aus. UV-Strahlung ist im Spektrum des Sonnenlichts enthalten. Diese ultraviolette Strahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Sie wird in UVA, UVB und UVC unterteilt. Während die UVC-Strahlen vollständig von der Ozonhülle herausgefiltert werden, sind wir Teilen der UVB- und UVA-Strahlung ausgesetzt.


Was ist der Unterschied zwischen UVA- und UVB- Strahlung?
Die UV-Strahlung wird in die kurzwellige UVB- und die langwellige UVA-Strahlung unterteilt. Für Sonnenbrand sind hauptsächlich die UVB-Strahlen verantwortlich. Wenn die Haut vorzeitig altert, so liegt das vor allem an den UVA-Strahlen.
UVB ist der aktivste Bestandteil des Sonnenlichtes. Er ist für viele sonnenbedingte UV-Wirkungen in der Natur verantwortlich. UVA und UVB regt beispielsweise unsere Pigmentzellen zur Bildung des braunen Melanins an, das wir als gesunde Sommerbräune so sehr schätzen. Zuviel UVB schädigt die Haut und kann nach Jahren oder Jahrzehnten Hautkrebs begünstigen.
 

Sind UVA-Strahlen völlig ungefährlich für die Haut?

Die bisherige Forschung hat sich hauptsächlich auf die Risiken der UVB-Strahlen konzentriert. Jetzt werden auch zunehmend die Auswirkungen der UVA- Strahlung untersucht. So wird heute bei Sonnenschutzcremes, die ausschließlich UVB-Filter enthalten zur Vorsicht gemahnt. Diese schützen zwar vor Sonnenbrand, verlängern aber gleichzeitig die ungehinderte Einwirkzeit der UVA- Strahlen. Dies kann gefährliche Folgen im Hinblick auf frühzeitige Hautalterung haben. Doch nicht nur das: Nach neuesten Erkenntnissen trägt auch UVA- Strahlung zur Hautkrebsbildung bei. Aus diesen Gründen sollte dringend ein Sonnenschutzmittel verwendet werden, das UVA- und UVB-Filter enthält.
 

Warum wird die Haut bei der Einwirkung von UV-Strahlung braun?
Bräunung ist der Schutzmechanismus unserer Haut. Treffen UV-Strahlen auf die Haut, so verdickt sich die obere Hornschicht und bildet die sogenannte Lichtschwiele. Diese reduziert die einfallenden UVB-Strahlen. Dringen UVB-Strahlen weiter in die Haut vor, so wird in tieferen Hautschichten das Pigment Melanin gebildet, das sich als „Schutzkappe“ über den Zellkern legt – die Haut wird braun. Das Melanin absorbiert das UV-Licht und schützt die Haut vor Schäden.
 

Sind Solarien "gesünder" für die Haut als normales UV-Licht?
Generell gilt, dass der Besuch im Solarium zusätzliche Sonnenstunden bedeutet- und wir wissen, das die Haut keinen Sonnenstrahl vergisst, den sie im Laufe des Lebens abbekommt. Ein gelegentlicher Besuch im Solarium verursacht zwar keinen Hautkrebs - geht man jedoch regelmässig, um das ganze Jahr über die Sommerbräune zu erhalten, so ist dies genauso schädlich wie übertriebene Sonnenbäder unter natürlicher Sonne.
 
Die Behauptung, dass Solarien "gesünder" seien, stammt aus einer Zeit, als man über die Auswirkungen der UVA-Strahlen noch nichts oder zu wenig wusste. Nun ist durch zahlreiche Studien belegt, dass UVA-Strahlen sehr wohl an der Hautkrebsentstehung mit beteiligt sind. Hellhäutige, blonde und rothaarige Menschen versuchen oft ihr Defizit an Bräunungsvermögen durch zahlreiche Solarienbesuche auszugleichen; aber gerade sie müssen besonders vorsichtig im Umgang mit der Sonne sein. Dies gilt auch fürs Solarium - stehen Sie also zu Ihrem Hauttyp!
 
Bei der Neigung zu "Sonnenallergien" (juckende Bläschen besonders an Decollete und Armen) können, neben einem sehr hohen medizinischen Sonnenschutz, vom Dermatologen überwachte und exakt dosierte UV-Lichtbestrahlungen vorbeugend sein.
 

Was muss ich beim Solariumbesuch beachten?
Beim Besuch eines Solariums sollte man sich präzise über die Art der Strahlungsquelle informieren.

UVA-Hochleistungsstrahler wie zum Beispiel Turbobräuner schirmen fast gänzlich UVB-Strahlung ab. Die Stärke ihrer bräunenden UVA-Strahlung wurde gegenüber der Sonne vervielfacht, um die Bestrahlungszeit kurz zu halten. Der Nachteil der hohen UVA Dosis: Sie beschleunigt das Altern der Haut und kann zu Hautkrebsbildung führen.

Die Wirkung der Geräte mit mittlerem UVB-Anteil , beispielsweise der meisten Heimsolarien, ist mit der Wirkung der Sonne vergleichbar. Das bedeutet: Bei gedankenloser übermäßiger Bestrahlung mit diesen Lampen ist ein erhöhtes Krebsrisiko nicht auszuschließen.

Die Höhensonne mit ihrem hohen UVB-Anteil ist der wohl bekannteste UV-Hochdruckstrahler. Er ist so gefährlich, dass man ihn überhaupt nicht verwenden sollte.

Leider ist die Tendenz zu beobachten , dass in die Solariumsbirnen inzwischen wieder mehr UV B Anteile integriert werden, sie damit also schädlicher werden – leider oft auf Wunsch der Kunden, denn es bräunt mehr.
 

Ist es sinnvoll, sich für einen Urlaub im Solarium vorzubräunen?
Eine medizinisch kontrollierte UV-Therapie mit Strahlungsgeräten in der Praxis ist zur Vorbeugung der Sonnenallergie, einer sogenannten polymorphen Licht-Dermatose, einer UV-Unverträglichkeit und dem Bild von Knötchen und Juckreiz sinnvoll. Für Solarien liegen eher negative Berichte vor (von Werbeaussagen abgesehen).
 

Was tue ich gegen Sonnenallergie?
Bei ernsten Formen eines UV-bedingten Ausschlags haben Sonnenschutzmittel nur eine begrenzte Wirksamkeit, da sie hauptsächlich gegen die UVB-Strahlen schützen, notwendig ist vor allem UVA Schutz, wie ihn sogenannte "Radikalenfänger", z.B. Kombinationen aus Betacarotin (Provitamin A), a-Tocopherol (Vitamin E) und Ascorbinsäure (Vitamin C) oder auch Niacin plus Folsäure leisten.

Der Hautarzt kann eine langsame Lichtgewöhnung auch durch Lichttherapie erreichen. Die Haut wird durch langsam ansteigende Ganzkörperbestrahlung mit einem speziellen Kunstlicht (hauptsächlich UVA) an die Sonneneinstrahlung gewöhnt. Eine andere Behandlungsmöglichkeit sind Mittel, die bei einer Malaria eingenommen werden, aber auch bei einer Anzahl von Hauterkrankungen, bei denen die Lichtempfindlichkeit eine Rolle spielt, eingesetzt werden.